von Gilbert Brands
30 Okt
Die Evolution (zumindest die darwin’scher Prägung) sagt uns, dass die Tierarten in einem ständigen Wettstreit ums Überleben stehen. Leoparden haben Gazellen buchstäblich zum Fressen gerne, während Gazellen auf der anderen Seite das Verzehren hiesigen Grases dem luftigen Versprechen unglaublich saftiger Felder im Jenseits vorziehen und Leoparden meiden wie die Pest. Um zu überleben, werden Gazellen immer flinker und wendiger, und aus dem gleichen Grunde legen die Leoparden ebenfalls nach. Wer rüstet nun evolutionstechnisch stärker auf, Gazelle oder Leopard. Der Evolutionsbiologe Wilson hat das Problem auf die einfache Formel “die Gazelle rennt um ihr Leben, der Leopard nur für ein gutes Abendessen.” gebracht, womit das vermutlich entschieden wäre. (more…)
30 Okt
Früher war alles ganz einfach: wenn man Kindergärtner werden wollte, genügte ein Realschulabschluß mit einer anschließenden normalen Ausbildung. Heute muss man Kindergärtner studieren! Nich nur, dass das erheblich länger dauert als früher, zu den Studieninhalten gehören auch vertiefte Kenntnisse diverser Gesetzesbücher wie dem Sozialgesetzbuch (etwa DIN A5-großes Würfeformat), während die meisten Lehrenden - auch im Gegensatz zu vorher - Kinder nur von großformatigen Fotos des Familienministeriums kennen.Ich frage mich zwar, wie eingängig es einem 4-jährigen ist, nach §5 Abs. 3 Satz 2 und §267 Abs. 5 Satz 4 SGB II in Verbindung mit §1020.4 BGB und BGH-Urteil 95/2001 bei der Expropriation des Gummibärchens seines Nachbarns eine sozial verwerfliche Handlung vorgenommen zu haben, aber vermutlich antworten heutige Kinder, dass sie nach §95 JöSchG nicht strafmündig sind und nicht belangt werden können, was auch die Aussage, dass die Kindergärtnerin ein Arschloch ist, einschließt.
27 Okt
Gefahrenstoff Frau
INFORMATIONSSYSTEM ARBEITSPLATZ-GEFAHRENSTOFFE (ISAG)
Wertstoff-Datenblatt
ELEMENT: WEIB (engl. woman)
SYMBOL: Wom
ENTDECKER: Adam; Datum unbekannt
ATOMARES GEWICHT: Normal 55 kg; Isotope mit abweichendem Gewicht von 35 bis 230 kg sind bekannt.
LÄNGE: 150 bis 185 cm, kleinere Spezies sind meist noch nicht ausgereift.
VORKOMMEN: Reichliche Mengen in allen städtischen Gegenden; nirgends bei Bedarf, sonst überall anzutreffen.
DARSTELLUNG: Trotz vielfältiger Arbeiten auf diesem Gebiet läßt sich keine allgemeingültige Vorschrift angeben, da die direkte Synthese noch nicht gelungen ist. Abbildungen ausgewählter Einzelexemplare hingegen sind überall reichlich in zum Teil natürlichem Zustand zu finden.
Die Darstellung aus F + Ra + U unterblieb wegen dem zu erwartenden, äußerst aggressiven Ergebnis.
PHYSIKALISCHE EIGENSCHAFTEN:
1. Oberfläche gewöhnlicher Weise mit farbigem Film überzogen, dieser unterliegt meist einem sehr hohen Verschleiß.
2. Farbspektrum reicht von blond bis schwarz in allen Schattierungen.
3. Kocht ohne äußere Einwirkungen und Temperaturerhöhung.
4. Friert ohne Grund; kann innerhalb von Sekundenbruchteilen erstarren.
5. Schmilzt bei besonderer Behandlung.
6. Vorgefunden in verschiedenen Zuständen, vom jungfräulichen Metall bis hin zum gewöhnlichen Erz.
7. Ständige Geräuschemissionen, die nur schwer kontrollierbar sind.
8. Starkes Adhäsionsvermögen.
CHEMISCHE EIGENSCHAFTEN:
1. Hat große Affinität für Au, Ag, der Pt-Gruppe und Edelsteinen (besonders zu hexagonal kristallinen Kohlenstoff-modifi-kationen).
2. Absorbiert große Mengen teurer Substanzen.
3. Kann spontan ohne Warnung und ohne bekannten Grund explodieren.
4. Unlöslich in Flüssigkeiten, aber Aktivität steigt expotentiell mit der Sättigung in Alkohol.
5. Das am wirkungsvollsten geldreduzierende Mittel, das dem Mann bekannt ist.
6. Versucht ständig, irgendwelche Ringbindungen einzugehen (siehe auch Sex-Field-Theorie).
7. Bildet bei Koordinatenzahl 1 meist einen stabilen Ehekomplex, häufig mit zeitweiligem Ligandenaustausch. Die maximale Koordinatenzahl ergibt sich nur durch sterische und zeitliche Hinderung der Liganden.
GEWÖHNLICHE VERWENDUNG:
1. Stark dekorativ, besonders in Sportwagen.
2. Vereinzelt auch zu repräsentativen Zwecken geeignet.
3. Kann für die Entspannung eine große Hilfe sein.
4. Allzweckmittel zur Aufrechterhaltung eines Haushalts.
NACHWEISREAKTIONEN:
1. Echte Spezies werden rot wenn sie in natürlichem Zustand entdeckt werden.
2. Wird grün, wenn hinter eine bessere Spezies gestellt.
3. Attraktivität steigt linear mit dem C2H5OH-Spiegel des Betrachters.
4. Unterbinden der Geräuschemission führt zu starker Abkühlung.
5. Erhöhte Zuführung kohlehydrathaltiger Substanzen führte in Langzeitversuchen zu einer Erhöhung der Massenzahl (vgl Isotope), verbunden mit einer Vergrößerung des Umfangs in der Mitte. Dieser Vorgang ist meist nicht reversibel.
INDIREKTE NACHWEISREAKTIONEN:
6. Starker Rückgang von Barreservern bei Gewährung einer Zugriffsmöglichkeit
7. Entstehen von Platzproblemen in nahezu sämtlichen Schränken innerhalb kurzer Zeit infolge unkontrollierbarer Kleider- und Schuhzunahme.
8. Starke Anhäufung von Renovierungs- und Sanierungsstoffen im Sanitärbereich.
GEFAHRENPOTENTIAL:
1. Sehr gefährlich, wenn nicht in erfahrenen Händen.
2.2 Illegal mehr als eine zu besitzen, obgleich wünschenswert.
2.3 Bei Aufeinandertreffen zweier Spezies im gleichen Orbital ist mit größeren Zerstörungen und dem Verlust beider Spezies zu rechnen.
4. In fortgeschrittenem Alterungsprozeß schlecht recyclebar ‡ Sondermüll.
5. Bei unsachgemäßer Bearbeitung kann ein automatischer Reproduktionsprozeß ausgelöst werden, der nach Abschluß praktisch alle Ressourcen beansprucht.
6. Die legale Auflösung einer eingegangenen Ringbindung ist nur mit erheblichem monetären Aufwand möglich.
7. Vorzeitige Verarmung bei unsachgemäßer Ausstattung mit Zahlungsmitteln wahrscheinlich.
8. Gehör- und andere Schäden bei unsachgemäßen Antworten/Bemerkungen wahrscheinlich.
9. Ermittlung sachgemäßer Antworten/Bemerkungen aufgrund logischer Schlussfolgerungen unmöglich.
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Quelle: N.N.
Falls jemand weitere Gefahrenstoffbeschreibungen findet, bitte zuschicken.
27 Okt
Moin, im Filearchiv findet sich unter “IT-Projekte” eine Studie für die Projektierung eines Dokumenten-Management-Systems. Kritik und/oder Ergänzungsvorschläge werden gerne entgegengenommen.
26 Okt
Hallo Leute, an anderer Stelle in diesem Blog läuft ein kleiner Disput, welche Fachinhalte für einen deutschen Studenten zumutbar sind. Ist recht interessant und geht hin bis zur Unterstellung psychischer Störungen, sollte ein Dozent auf die Idee kommen, die in der Modulbeschreibung angegebenen Inhalte tatsächlich lehren zu wollen. Hier ein paar Folgen qualifizierter Ausbildung (nur, was mir spontan so einfällt):
25 Okt
25 Okt
Die Natur ist uns ja so unendlich überlegen. So findet die gemeine Lausfliege, wollen wir Primitivbiologen a la Dawkins glauben, zielsicher mit einem Blick oder Riecher den genetisch geeignetsten Partner, während wir uns mühsam von Fehlschlag zu Fehlschlag hangeln. Große oder kleine Brüste aus männlicher Sicht, ein knackiger Hintern oder lieber breite Schultern aus weiblicher, um mal nur die bekanntesten Kriterien zu nennen, nach denen wir uns mangels eines geeigneten Genspürsinns richten. Die Enttäuschung folgt oft schon auf dem Fuß, entpuppt sich dann der üppige Busen als Nebenprodukt einer Badsanierung oder der fantastische Hengst als Ballettänzer, der nur wieder mal vergessen hat, sein Suspensorium nach dem Training abzuschnallen. Wären wir wie die Lausfliege, so stünden alle Männer beispielsweise spontan auf Kirsten Dunst, alle Frauen auf Brad Pitt, und da beide gerade ihre lesbische bzw. schwule Selbstfindungsphase durchmachen, heiraten nur die genetischen Abweichler Izmir Übel und Claire Grube (aber immerhin multi-kulti!), womit dann auch das Überbevölkerungsproblem mittelfristig gelöst wäre.
Ist die Genauswahltheorie korrekt, so suchen sich auch die Fasanenhennen genetisch gesteuert den buntesten Hahn aus, weil der halt die besten Gene hat. Durch fortgesetzte Bevorzugung des stark geschminkten Typs durch die Damenwelt werden die Hähne also immer auffälliger. Dass das dümmste Huhn den dümmsten Hahn aussucht, mag vielleicht auf Paris Hilton zutreffen, aber ein kleiner Spaziergang kann einen auch des Besseren belehren:
Während Hähne und Hennen außerhalb der Brutzeit meist getrennten Geschäften nachgehen (warum sollte es anders sein als bei uns?), scharen die Hähne vor der Brutzeit möglichst viele Hennen um sich, wobei letztere unter der Aufsicht ihres Anführers der verstärkten Nahrungsaufnahme fröhnen. Wohl mag es unter den Hähnen zu ähnlichen Aufspiel- und Machoaktionen kommen, wie wir das in Diskos gewohnt sind, aber auch an einer anderen Stelle spielt sich ein wesentlicher Teil der Auswahl ab. Taucht ein Feind auf, wozu die dummen Tiere auch mich zählen, obwohl ich sie doch zum Fressen gerne habe, sind die Hennen flugs im hohen Gras verschwunden, wo sie sich Haken schlagend in eine andere als die primäre Fluchtrichtung verdrücken, während der Herr noch eine Weile aufgeregt vor der Front hin- und herläuft. Der potentielle Feind wird so von den Damen abgelenkt, und für den Hahn kommt es nun nur noch darauf an, zum bestgeeigneten Zeitpunkt die Bühne zu verlassen. Schleicht er zu früh von dannen, trifft’s möglicherweise eine seiner Damen, desgleichen, wenn er zu unauffällig agiert, wartet er zu lange, kommen die ersehnten Freuden leider nicht mehr auf der Erde, sondern erst im Fasanenhimmel auf ihn zu und das eigentliche Geschäft macht ein anderer.
Also zumindest hier wohl Pustekuchen mit der Damenwahl. Die Geschicklichkeit der Jäger entscheidet letzten Ende darüber, welcher Typ Hahn sich langfristig durchsetzt. Ein genetischer Sinn ist unnötig.
Die Grundidee ist allerdings durchaus auch auf menschliche Verhältnisse kopierenswert. Kommt der böse Feind in Gestalt irgendeines Terroristen, verdrücken wir uns still und heimlich, während Frau Merkel mit ihrer Regierung wie eine aufgeregte Hühnerschar hin- und herläuft und ihn solange ablenkt. Falls die Truppe zu lange wartet, dürfte das auch nur wenige wirklich stören.
25 Okt
Nun sind sie wieder unterwegs, die streikenden Lokführer, bzw. sie sind es eben nicht mit ihren Loks. Und wer regt sich eigentlich am meisten darüber auf? Das wenigste Verständnis scheinen die Konkurrenzgewerkschaften, allen voran ver.di, zu haben. Kunststück, belebt doch nach Ansicht dieser Leute im Gegensatz zum Rest der Welt Konkurrenz nicht gerade das Geschäft. Liebe ver.di-Funktionäre, mein vollstes Verständnis gilt hier den Lokführern. Die haben wirklich keinen Grund, sich dem Diktat einer Gewerkschaft zu beugen, deren vornehmlichstes Ziel die Absicherung eurer fetten Bezüge ist.
24 Okt
Hier ein Hinweis, der hoffentlich nie notwendig sein wird:
Retter und Ambulanzfahrer haben bemerkt, dass bei Straßenunfällen die meisten Verwundeten ein Mobil-Telefon bei sich haben. Bei den Einsätzen weiß man aber nicht, wer aus diesen langen Kontaktlisten zu kontaktieren ist.
Ambulanzfahrer haben also vorgeschlagen, dass jeder in seine Kontaktlisten die im Notfall zu kontaktierende Person unter demselben Pseudonym einträgt.
Das international anerkannte Pseudonym ist: #ICE (= In Case of Emergency). Die Raute damit es oben steht.
Unter diesem Namen sollte man die Person eintragen, welche im Notfall durch Polizei, Feuerwehr oder erste Hilfe anzurufen ist.
Sind mehrere Personen zu kontaktieren, braucht man ICE1, ICE2, ICE3, usw.
Hier ein Link von Wikipedia dazu:
Wer sich das durchliest, wird nicht nur ICE verwenden, sondern auch IN. Aber lest bitte selber den Beitrag dazu.
Bitte weitersagen, damit dieses Verfahren üblich wird!
Leicht, kostet nichts, kann aber viel bringen.
24 Okt
Menschen sind unterschiedlich, und das ist gut so, und es beschränkt sich nicht auf Hetero- oder Homosein, sondern auch auf ganz alltägliche Dinge wie Fertigkeiten, Vorlieben und Meinungen. Aber ist für Individualität in unserer Gesellschaft noch Platz?
23 Okt
Wer Satelittenfernsehen hat, kann in der Regel eine Unmenge exotischer Programme empfangen, und die viele Werbung verleitet einen manchmal zu einem Rundweg durch die Welt. Allerdings ist das oft gar nicht so einfach, festzustellen, dass man bei einem Exotensender gelandet ist. Bei den arabischen Sendern merkt man das erst, wenn trotz erhöhter Lautstärke immer noch unverständliches Geräuspere zu hören ist - aber auch Französisch als Sprache kann bedeuten, dass man bei einem algerischen oder marokkanische Sender gelandet ist und nicht in Frankreich. Zu sehen ist das meist nicht, weil sich Bühnenbild, Kleidung und Auftreten der Akteure kaum von Vera-am-Morgen, ZDF-Magazin oder RTL-II-News unterscheidet.
Besonders peinlich wirkt auf mich so eine Show, wenn armani-beanzugte und krawattierte Herren oder tiefausschnitt-designergekleidete und perfekt mitteleuropäisch geschminkte Damen von einem Sinfonie-Orchester bester europäischer Prägung begleitet ihre lokale Volklore trällern. Das passt einfach nicht und klingt vermutlich sowohl für Europäer als auch für Araber manchmal ziemlich schräg. Es ist schon schimm genug, wenn Hansi Hinterseer, der ja bekanntlich kein Wort verständliches Hochdeutsch spricht, in dieser für ihn fremden Sprache volksdeutsches Liedgut zum Besten gibt, aber muss das wirklich sein, dass in arabischen Ländern die europäische Fernseh- und Kleidungskultur bis ins Detail nachgeäfft wird, statt die eigene Kultur zu pflegen? Unsere NachrichtensprecherInnen treten doch auch nicht im Baströckchen und Blumenkränzen auf der ansonsten nackten Brust vor die Kamera und hauchen “Aloah” statt “guten Abend”.
23 Okt
Diesmal wenig von mir, aber dafür um so mehr von anderen. Gedanken zum schlanken Staat, freier Wirtschaft, Sozialstaat, vielzitierten Theoretikern, Umweltpolitik usw.
Viel Spaß!
20 Okt
Habe folgenden Link in einem anderen Blog (peteke) gefunden:
19 Okt
Aus irgendeinem Grund meinen PISA-Initiatoren und Politiker, nicht nur Hinz, sondern auch Kunz käme heute mit einer soliden Ausbildung nicht mehr aus, sondern müsse studieren. Der Anteil an jungen Leute, der zu früheren Zeiten das Abitur machen konnte, wird heute als viel zu klein bezüglich eines Hochschulabschlusses angesehen. Da die Intelligenzdurchseuchung der Bevölkerung aber nicht zunimmt - aus den USA bekommt man ja zu jedem anrüchigen Thema Ergebnisse von Feldstudien, die auch das belegen - ist die Folge ein zunehmender Qualitätsabsturz der Hochschulabschlüsse in der Breite, da eben auch Ungeeignete ihre “Chance” bekommen müssen, was nur auf Kosten der Besseren geht.
18 Okt
Wie man unschwer erkennen kann, operiere ich in einem technischen Bereich, und zu einer ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Tätigkeit gehört in den Augen der meisten untrennbar ein wenig Mathematik. (more…)
17 Okt
Es gibt aufrechte deutsche Demokraten, die mit unbarmherziger Härte über jeden herfallen, der einen Satz mit mindestens 2 Worten ausspricht, die mit der NS-Zeit in Verbindung zu bringen sind, und ihn als Nazi, Antisemit und anderes verleumden.
Die gleiche aufrechten deutschen Demokraten marschieren mehrmals im Jahr in der Kolonne des örtlichen Schützenvereins (oder vornweg) quer durchs Dorf, um die schwarz-weiße oder schwarz-weiß-rote Vereinsfahne in tiefer und aufrichtiger Trauer und Dankbarkeit vor dem Denkmal der Helden zu senken, die in selbstverachtender Aufopferung ihr Leben für das Heimatland in den beiden Weltkriegen gegeben haben.
Quizfrage: wer kennt vergleichbare Perversitäten?
Vorschläge werden gerne entgegengenommen, der Sieger erhält den 1. Preis.
17 Okt
In letzter Zeit ist das Abdrängen von Personen mit nicht-schwarz-rot-grün-linientreuer Ideologie in die rechte Ecke wieder so richtig in Mode gekommen, unlängst mit Eva Hermann, die dummerweise nicht das Mutterbild von der Bundes-Leyen-Mutter teilt, aber als Frau natürlich schlecht als frauenfeindlich abgestempelt werden kann und folglich (und folgerichtig) in der Nazi-Ecke landet.
Da melden sich dann blonde deutsche Recken und gestandene Weibstypen im deutschen Propaganda-Fernsehen zu Wort, die zwar von Tuten keine Ahnung haben (bei dem zweiten, hier üblicherweise gebrauchten Begriff möchte ich mich nicht festlegen), aber alles erst mal furchtbar verwerflich finden, wie überhaupt während der NS-Zeit 1.000 Jahre lang jeder in jeder Minute des Tages pausenlos überwacht und gedemütigt wurde. Das war eine schlimme Zeit, weshalb das damalige Regime es auch nicht nötig hatte, wie die nachmaligen Arbeiter- und Bauernparadise sozialistische Bauart einen Zaun um das Land bauen zu lassen, um sich des Eindringens der nach Genuß der paradisischen Zustände sich sehnenden Massen zu erwehren. Um als Nazi gebrandmarkt zu werden, genügt das Nennen der Begriffe “Hilter” und “Autobahn” in einem Satz, so wie hier.
Aber mal abgesehen von dem fehlenden Zaun, der viele nicht vom freiwilligen Einströmen in das Reich abhielt, waren die Zeiten damals auch charismatisch anders besetzt. Zu einer Rede eines Parteibonzen, womit nicht nur Hitler und seine Schergen oder Faschisten wie Mussolini gemeint sind, sondern auch Führer anderer Parteien bis hin zur extremen Linken, strömten tausende von Menschen und ließen sich irgendwie begeistern. Vergleicht man mal den Redestil (nicht den Inhalt) mit dem heute von Politikern an den Tag gelegten, kann man sich des Eindrucks verbalen Fußpilzes oder einer sonstigen Redebehinderung in der heutigen Zeit nur schwer verschließen. Folglich kommen zu Reden oft nur die treuesten Anhänger, und Bundestagsreden sind oft von einer so bedrückenden Emotionslosigkeit, dass die Ränge leer bleiben und Klatschen oder Zwischenrufe vom Band ähnlich wie in RTL-II-Talkshows eingespielt werden müssen. Auf mich wirkt das häufig so einschläfernd und monoton, dass ich vermute, dass die Menschheit, sollte sich das die letzten 30.000 Jahren so zugetragen haben, gerade mal die Gegend zwischen Bottrop und Wanne-Eickel besiedelt hätte statt des gesamten Globus.
Woran liegt die mangelnde Redefähigkeit der Leute, die ja eigentlich den ganzen Tag schwatzen? Sind sie dem eigenen Bildungssystem zum Opfer gefallen (oder besser: hat es bei mir versagt, dass mir so was auffällt)? Oder ist das eine Folge der permanenten Belagerung durch die online-Medien, die den Leuten weder die Zeit zum Nachdenken noch zum Formulieren lassen? Oder ist das ohnehin egal, weil weder Politiker noch öffentlich-rechtliche Medien aufgrund ihrer Position inmitten eines Sees geraubten Geldes noch auf Qualität achten müssen?
17 Okt
Eine der edelsten Aufgaben des Menschen ist ja angeblich, frei seine Meinung zu äußern und sich insbesondere für die Durchsetzung der Demokratie einzusetzen, wobei das Ende des Einsatzes vor einem Erschießungskommande als besonders ehrenhaft angesehen wird, da es gewissen Elementen die Möglichkeit gibt, sich gnadenlos das Maul über diesen unerhörten Vorgang zu zerreißen.
Dummerweise praktiziere ich das weitgehend und nenne Mist, der irgendwo passiert, auch Mist, und zwar laut und deutlich. Nur scheint die Erwartung solchen Tuns eigentlich nur auf Situtionen beschränkt zu sein, wo man beim Einsatz für die Demokratie vor dem Killerkommando endet, aber nicht auf Situationen innerhalb der Demokratie. So legte mir neulich ein Kollege nahe, mein Gemeckere doch bitte einzustellen, da
Nun mag das alles richtig sein, aber wenn niemand meckert, kann auch nie was passieren, während beim einzelnen Meckerer doch immerhin die Hoffnung besteht, dass doch mal was passiert. Außerdem bleibt sonst nur noch, alles in sich hineinzufressen, und das schadet meiner Gesundheit, die mir lieber ist als eine Schleimerkarriere.
Darum, liebe Freunde, ihr wisst doch, wo der Eiffelturm steht (?) Das ist ungefähr die Entfernung, in der mir solche Empfehlungen am Gesäß vorbeirauschen.
17 Okt
Was geometrisch ein Punkt ist, sollte jeder eigentlich wissen, selbst bei unserem kaputten Schulsystem. Zumindest sollte bekannt sein, dass ein Punkt nicht mehr teilbar ist. “Ich befinde mich auf halbem Weg zwischen Basel und Hamburg” ist eine zulässige Ortsangabe, aber “ich befinde mich 2/3 im Zentrum Baunschweigs”?
Was Prozente sind, dürften schon wesentlich weniger Leute wissen, lautet doch ein Lehrsatz an Schulen “der Kaufmann kauft ein Teil für 27 Cent und verkauft es für 30 Cent, und von den 3% lebt er”. Aber immerhin weiß jeder, der bei einer Beteiligung an einem Geschäft 1/4 des Gewinns als”zu wenig” ausschlägt und auf mindestens1/6 besteht, dass 30% mehr sind als 20%.
Aber was zum Teufel sind 0,25 Prozentpunkte? Ein Viertel von einem Punkt? Oder nur ein Viertel von einem hundertstel Punkt? Aufgebracht in Finanzkreisen - ihr wisst schon, die Leute, die euch keine 10 Euro ohne Sicherheiten leihen, bei anderen Leuten aber 1.000.000 Euro Schulden als ausreichende Sicherheit betrachten, noch 2.000.000 Euro draufzulegen - geistert dieser Begriff nun in allen möglichen Angelegenheiten herum, portiert von der Creme-de-la-Creme der Gelehrsamkeit, den Journalisten. Zumindest an denen scheint das Schulsystem nicht spurlos vorübergegangen zu sein, sondern die sprachliche Blödheit maßgebend geprägt zu haben.
16 Okt
Wir könnten zwar, und es wäre wohl auch sinnvoll, aber ideologisch ist Atomkraft als “iii-ba” definiert und damit in Deutschland nicht marktfähig. Wir bauen lieber lustige Windmühlen, nutzen Fotostrom auch auf der Nordseite, überlegen möglicherweise, ob nicht neben der Kernspaltung auch aus Haarspaltung Energie zu gewinnen ist (das würde ein enormes Potential durch Anzapfen des deutschen Rechtssystems besitzen) und beziehen im Bedarfsfall unseren Strom aus Frankreich oder der Ukraine. Das ist zwar Atomstrom, aber vorsichtshalber haben die Grünen einen Gesetzesvorschlag eingereicht, der im Falle eines GAUs den radioaktiven Fallout zwingt, an unserer Landesgrenze senkrecht nach oben zu steigen und sich zu verziehen.
Das Fiese an der Atomkraft ist natürlich die Möglichkeit, Bomben zu bauen. So ganz einfach ist das zwar nicht, denn Kraftwerksmaterial eignet sich nicht unbedingt für eine Atombombe, aber es ist ideologisch opportun und einfach, das erst mal zu behaupten und so anderen Ländern die Nutzung von Atomkraft zu verbieten. Natürlich gibt es noch die Möglichkeit, schmutzige Bomben zu bauen; die machen nicht PENG oder BUM, sondern verteilen radioaktiven Müll in der Gegend, so dass nach einer Weile jeder so strahlt wie Angela Merkel nach der Bundeskanzlerwahl. Für die braucht man aber angeblich nicht sehr viel Aufwand zu betreiben.
Wer hat denn A-Bomben, außer den ehemaligen Natostaaten und ein paar Sowjetunion-Reststaaten? Da wäre z.B. Israel. Weiß zwar jeder, dass die eine Bombe haben, wird aber strikt bestritten. Glaubt natürlich jeder! Dann verplappptert sich der Ministerpräsident, dass sie doch eine haben. Wusste natürlich jeder vorher! Schnell wird alles dementiert, natürlich haben sie doch keine. Glaubt natürlich wieder jeder! So viel Glauben, wie man da aufbringen muss, verlangt noch nicht mal die katholische Kirche, und die verlangt eine ganze Menge Glauben.
Dann wären da Indien und Pakistan. Klasse Sache! Die meisten Leute leben dort irgendwie in der Gosse, aber den großen Max markieren. Eigentlich wäre da aus unserer Sicht auch nix schlimmes dran, weil die sich die Dinger primär gegenseitig an den Kopf schmeißen würden, aber in Pakistan ist eigentlich immer noch nicht so ganz klar, ob nun die Amis oder Al Qaida das Sagen hat. Wir unterstützen natürlich die pakistanische Regierung und lassen sie ihre Bombe bauen, aber ist das nicht irgendwie so, wie einen offenen Eimer Superbenzin neben einen Heizkessel mit Fehlzündung zu stellen?
Nordkorea. Nach vielem Hin und Her konnten die Beherrscher der Welt den kleinen Schurkenstaat doch tatsächlich überreden, die Produktion von spaltbarem Material einzustellen. Dazu waren enorme Zugeständnisse notwendig, beispielsweise, dass Beträge in 2-stelliger Millionenhöhe, die man erst mal unterschlagen hatte, wieder zurückgegeben wurden. Von denen durften die Koreaner dann beim Beherrscher der Welt einkaufen. So sieht’s nicht ganz so nach Diebstahl aus. Merkwürdig sind allerdings die Beträge. Erfahrungsgemäß geht es bei Kernenergie um Beträge der Größenordnung 10^9, während hier Beträge in der Größenordnung 10^6 - 10^7 umgesetzt wurden. Normalerweise reicht das noch nicht mal, um die notwendigen Bestechungsgelder im Atomgeschäft aufzubringen. Fragt Siemens. Die brauchten dafür hunderte von Millionen. War das alles nur Show, damit der Beherrscher der Welt mal wieder als Beherrscher der Welt auftreten konnte?
Iran. Ungemein gefährlich. Baut Raketen, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden können - eine Aussage, die qualitätsmäßig in der Größenordnung liegt, dass ein Bus auch in der Lage ist, Frauen von A nach B zu fahren. Da muss man sofort Raketenbeobachtungsstationen in Osteuropa bauen, um den amerikanischen Kontinent zu schützen! Na ja, oder zumindest, um mitzubekommen, ob eine solche Rakete gestartet wurde, denn sie wäre von Stationen in den USA mangels Reichweite nicht zu bemerken. Außerdem muss man den Iranern natürlich verbieten, überhaupt mit so was umzugehen, auch wenn die hoch und heilig versichern, nur Kraftwerke bauen zu wollen.
Letzteres stimmt natürlich nicht. Die wollen Bomben bauen und nichts anderes. Reines Gerücht, dass irgendwann das Öl alle ist und jetzt tatsächlich der richtige Einstieg in eine solche Technologie wäre, um sie bei Versiegen der Ölquellen parat zu haben. Erinnern wir uns an den Nachbarschurkenstaat Irak. Was die alles hatten! Atombomben, chemische Kampfstoffe, Partikel- und Laserwaffen, planetarische Overkilltechnologie, seismische Bomben, Ghettoblaster und und und! Zwar stellte sich hinterher heraus, dass die Bewaffnung in ungefähr 3 Aktenschreddern bestand, aber bis dahin hatte man den Krieg schon angefangen, die Weltkonjunktur angeschoben und jede Menge Antiquitäten gestohlen, und interessiert hat’s ohnehin keinen, da die Jungs ja sowieso lügen, also warum aufregen? Allerdings war so ziemlich alles richtig von der IAEO (oder heisst das A E I O U?) vorausgesagt worden, und die sagen nun, im Iran tue sich eigentlich im Moment nichts Gefährliches. Was soll man also glauben?
Vielleicht sind die Amis auch nur zu hektisch und schätzen den Irakkrieg falsch ein. Da bekanntlich die US-Wirtschaft nur dann funktioniert, wenn irgendwo Krieg ist (siehe 1. Weltkrieg mit Wirtschaftskrise, 2. Weltkrieg, Koreakrieg, Durchhängen, Vietnam, Afghanistan [war passiv, lief nicht ganz so gut], Irak, absolutes Durchhängen. Afghanistan [schon besser], Irak [wirklich tolle Konjunktur]), und am allerbesten, wenn der Beherrscher der Welt mal wieder alle aufs Maul haut, ist es natürlich ok, wenn man für die Zeit nach dem Ende des Irakkriegs vorsorgt. Aber wenn die da mal nicht zu früh auf den nächsten Gegner einsteigen.
12 Okt
Nun versucht sich der US-Kongress mit den Türken anzulegen, indem er es wagt, den Völkermord an den Armeniern als “Völkermord” zu bezeichnen. Das ist korrekt und nicht witzig, und wenn die Türken meinen, deswegen schmollen zu müssen - meinetwegen. Ich habe jedenfalls keinen Bedarf, so einen Staat dann auch noch irgendwann als Mitglied der EU sehen zu müssen.
11 Okt
die Berichte verschiedener UN-Organisationen, nach denen die BRD mit ihrer Biospritpolitik maßgeblich für die Vernichtung von Regenwäldern und zusätzlichem CO2-Ausstoß verantwortlich ist, dürften Ihnen bekannt sein.
11 Okt
Wie den Nachrichten zu entnehmen ist, weigert sich einer der U21-Fußballnationalspieler, in Israel zu spielen. Und flugs melden sich wieder die üblichen Marktschreier aus dem “Zentralrat der Juden” zu Wort und fordern einen Ausschluss des Spielers aus der Mannschaft.
Nun muss man nicht gerade Antisemit sein, um gegen die Methoden, die Israel in Bezug auf die Beachtung der Menschenrechte an den Tag legt, eine deutliche Abneigung zu empfinden. Und eine der Konsequenzen, die ich aus solcher Abneigung ziehen würde, wäre gerade die, solche Länder nicht auch noch zu besuchen, und schon gar nicht in irgendeiner offiziellen Mission, die man als Billigung auslegen könnte.
Lieber ZdJ, denk doch mal darüber nach, ob es tatsächlich sinnvoll ist, Kritik am Staat Israel und Antisemitismus zu einer untrennbaren Einheit zu verschmelzen. Erstens gießt ihr Öl ins Feuer derjenigen, die tatsächlich etwas gegen juden an sich haben, und zweitens zwingt ihr damit vielleicht irgendwann auch andere, eine Stellung zu beziehen, die nicht in irgendjemandes Sinn sein kann.
Erhellende Anekdote am Rande: Israel hat keine Probleme damit, bei internationalen Vereinsspielen Lizenzspielern misslieber Nationalität kurzerhand die Einreise zu verweigern. Und ich habe noch nicht gehört, dass der ZdJ an dieser Praxis irgendetwas für kritikwürdig befunden hätte.
10 Okt
Unter Software/Dokumente ist jetzt die Rubrik IT-Projekte eingerichtet, die neben Softwareprojekten auch Beispiele für die Einrichtung von VPNs, WLAN-Access-Points, Webseitenoptimierung und anderes enthält.
8 Okt
Es gibt immer wieder Sachen, die so durch die Fernsehmedien laufen und unbedingt schriftlich festzuhalten sind, auch wenn’s nach dummer Widerholung aussieht. So ist bei der Bahn ja eine Gewerkschaftsgruppe mit schlappen 4% Lohnanpassung zufrieden, während eine andere einen bestimmten Erhöhungsbetrag fordert, der nach vielem hin- und herrechnen auf 35% Lohnerhöhung herausläuft - oder besser, angeblich herausläuft, denn die Gewerkschafter fordern nach eigenen Angaben einen Pauschalbetrag sowie eine Festschreibung von ohnehin schon jetzt ausgezahlten Zuschlägen, so dass die 35% wohl nur in Extremfällen zustande kommen, aber gleichwohl von allen Propagandamedien herausposaunt werden. Zumindest hat der oberste Bahnchef, Herr Mehdorn, dieser Darstellung der Gewerkschaft nicht widersprochen, also glaube ich dem mal mehr als dem Geschwafel von ARD und ZDF.
In der gleichen Zeit, nach der die Bahnleute nun 4% Lohnerhöhung bekommen (10 Jahre), hat sich der Vorstand glatte 300% genehmigt. 300% ! Dazu bräuchten die normalen Arbeiter glatte 280 Jahre! Natürlich ist das, wie ein hörbar ins Stottern geratender Mehdorn daherschnattert, durchaus vertretbar.
Naja, natürlich macht der Vorstand das nicht selbst, das macht der Aufsichtsrat. Da aber jeder Vorstand in zig Aufsichtsräten sitzt, ist das ein totsicherer Selbstbedienungsladen. So bekam vor einigen Jahren der Lufthansavorstand eine satte 30%-Erhöhung, weil es ihm durch Entlassungen und massive Gehaltsverminderung um 25% bei der arbeitenden Belegschaft gelungen war, die Verluste zu vermindern. Wohlgemerkt! Verluste vermindern, nicht etwa Gewinne machen! Auch der Aufsichtsrat macht natürlich sein Geschäft, angeführt durch einen gewissen Herrn Ackermann von der der Deutschen Bank. Leicht nachlesbar in den Gesellschaftsverträgen: in jedem Aufsichtsrat, in den Herr Ackerman eintrat, wurden innerhalb kurzer Zeit die Aufsichtsratsprämien verdoppelt. Im Schnitt liegen sie für ein paar Tage Arbeit höher als die Gehälter von Leuten, die 270 Tage im Jahr arbeiten, und dabei handelt es sich nur um Zubrot zu mehreren Millionen Vorstandsgehältern.
Na ja, ich fahre nicht Bahn (die so furchtbar ökologisch und nebenbei einer der größten Luftfrachtspediteure der Welt ist). Viel zu teuer und obendrein viel zu unbequem. So kostet mich eine Fahrt von Emden nach Münster mit meinem bequemen Nobelauto ca. 16,50 Euro Diesel. Bei der Bahn kostet’s mindestens 26,80 Euro, und dann muss ich auch noch zum Bahnhof kommen (3,00 Euro) und von da auch wieder weg (nochmal 3,00 Euro), falls das überhaupt funktioniert. Hinzu kommen Wartezeiten auf zugigen Haltestellen und Bahnhöfen, so dass das Ganze auch noch länger dauert als mit dem Auto. An den Gehältern alleine kann das aber sicher nicht liegen. Wenn der Vorstand sein Gehalt verringern würde, würd’s also auch nichts nützen, aber was nützt dann eigenlich ein solcher Vorstand?
7 Okt
Im Rahmen der letzten Hochschuldeformation wurden ja bekannterweise Diplome abgeschafft und durch Bachelor und Master ersetzt. “Damit das Studium in Deutschland international anerkannt wird”, hat uns unsere Bildungsministerin, die so ähnlich heißt wie ein Familienvan von VW, vorgesäuselt.
Wie das mit der internationalen Anerkennung der Absolventen aussieht, lässt sich noch nicht so genau ausmachen; vorher jedenfalls waren ausländische Arbeitgeber über ein Diplom aus Deutschland immer ganz froh, den aus irgendeinem Grund haftete dem allem Gerede der Koniferen aus dem Bildungsministerium zum Trotz irgendein Qualitätssiegel an. Aber auch wenn’s international klappt, national scheinen sich die Arbeitgeber alles andere als freudig auf die neuen Absolventen zu stürzen. Kunststück: war früher mit Diplom und Diplom (FH) alles klar, heisst jetzt alles gleich und man muss fragen, wo die Leute herkommen; auch sollen Lehrer - früher fachspezifisch weniger bedacht als Diplomanden - immer einen Master machen, was als deutliches Minderqualitätskriterium für den Bachelor angesehen werden kann.
Aber auch bei den Studenten hat sich was geändert: waren zu Diplomzeiten noch sehr viele Chinesen, Afrikaner und Araber an der Hochschule zu finden, ist damit mit Einführung des Bachelors Schluss. Bachelor können sie auch zu Hause machen (oder haben sie schon), Diplom war was besonderes, gibt’s aber nicht mehr - was sollen sie also hier? Dafür gibt’s nun entsprechend mehr Platz für deutsche Studenten. Von welcher Partei war die Frau Ministerin noch mal?
6 Okt
Nach einer Meldung in den letzten Tagen wird inzwischen 1/3 der gesamten Weizenernte in Sachsen-Anhalt zu Bioethanol verspritet. Voller Hoffnung bewarb ich mich umgehend bei Frau Schmidt um eine Staatssekretärsstelle für das Referat “Leberverträglicher Rückbau von Alkoholbeständen”, wurde aber abschlägig beschieden, da der Sprit nicht zum saufen, sondern zum tanken vorgesehen ist.
Damit aber nicht genug: ein Vertreter der Braubranche verkündete, dass bereits jetzt die Verspritung der Nahrungsproduktion Konkurrenz mache. Immerhin landet der Sprit im Tank im lustigen Mix mit Mineralölprodukten, und wenn das Öl teurer wird, steigt auch der Preis des Ethanols. Kurzum: nicht nur, dass nach den Plänen von Umweltterrorist Gabriel Nahrungsmittel demnächst eingeführt werden müssen, weil alles verspritet wird (eine Handlungsweise, die bislang lediglich meine Frau mir nachgesagt hat); wenn der Preis an der Tankstelle steigt, wird auch das Bier im Getränkemarkt teurer (vermutlich merke ich eher am Bierpreis den steigenden Benzinpreis, denn im Gegensatz zu meinem Auto, das 1.000 km mit einer Füllung schafft, muss ich noch wesentlich häufiger Bier nachfüllen).
Vielleicht kommen solche Korrelationen in Zukunft häufiger vor. Wenn beispielsweise die Würstchen auf der nächsten Kanzlerfete anbrennen, wird der Wurstpreis vielleicht an den Kohlepreis gekoppelt. Oder der Spinatpreis an den Roheisenpreis. Am liebsten wäre mir allerdings eine Kopplung an den Opiumpreis. Dank unserer gloreichen Armee (zum Vergleich: der Wehrmacht ist nicht bis Afghanistan gekommen, sondern schon im Kaukasus stecken geblieben) ist ja der Mohnanbau stark ausgeweitet worden, so dass die Preise sicher bald fallen.
Und trotz allem habe ich noch Hoffnung auf einen neuen Job bei Frau von der Leyen, wieder als Staatssekretär, diesmal für das Referat “Probleme der Unteralkoholisierung bei Jugendlichen”.
Nachtrag: wenn auch der Wein in die Verspritung einbezogen wird, wird sicher die Auswahl an den Tankstellen steigen. Während sich der Hartz-IV-Empfänger “Tafelwein aus Ländern der EU” in seine Schüssel füllt, kann der anspruchsvolle Fahrer auch schon mal ein Riesling Hochgewächs von den Steillagen der Mosel für die Tauern-Passstraße bunkern und der Snob je nach Anlass sein Gefährt mit einem 1976 Chateau D’Yquem, einer 89er Schloss Vollrads Trockenbeerenauslese oder einem 92er Recioto della Valpollicella Amarone betanken. Aber Achtung! Der Wein muss atmen! Deshalb immer Tankverschluss vor der Abfahrt öffnen!
6 Okt
N.C. ist das Synonym für beschränkten Zugang zu einem Hochschulstudium. Zu meiner Zeit (ihr, wisst, dass war damals kurz nach dem Einschlag des Meteoriten, und wir waren alle furchtbar traurig, dass die Dinosaurier ausstarben) bedeutete das auch, dass die betreffende Hochschule einen Ruf zu verlieren hatte und deshalb nicht jeden nahm. Also ein Grund, sich da zu bewerben, wenn auch nur halbwegs Aussicht auf Erfolg bestand.
Heute ist das anders. Die Studienplätze eines technischen Fachbereichs einer Hochschule im Nordwesten sind zu 2/3 bzw. nur zu 1/2 besetzt. Grund: in den Fächern war ein N.C. eingeführt worden, und das hat offenbar schon genügt, sich des Bewerbens um einen Platz zu enthalten.
Offenbar sagt nicht nur die PISA-Studie, dass es in Deutschland nicht besonders um die Bildung steht; die Betroffenen (Schüler und Studenten) halten sich offenbar schon selbst für nicht fähig, sich in die Spitze zu arbeiten. Ist das Resignation oder der Wille, bei PISA Spitzenreiter von Hinten zu werden?
2 Okt
Neulich fragte sich ein Magazin eines der offiziellen Propaganda-Programme, wie es denn komme, dass bei Bauvorhaben der öffentlichen Hand die Preise regelmäßig fast doppelt so hoch ausfallen wie veranschlagt. Antwort: mehr oder weniger ein “Kavaliersdelikt” der hinter einem Vorhaben stehenden Politker, die geringere Kosten angeben, um die Finanzierung durch die Parlamente zu erhalten, die, einmal angebohrt, später brav weiterzahlen.
Kavaliersdelikt? Jedenfalls läuft das in der Realität so ab:
Zunächst sind die Zuständigkeiten demokratisch geregelt. Bei größeren Bauvorhaben sitzen dann Hochbauamt, Tiefbauamt, Kanal- und Wasserbauamt, ggf. noch Wasser- und Schifffahrtsbehörde, Umweltamt und Forstamt sehr einträchtig zusammen und beauftragen ein Sammelsurium von Ingenier- und Architekturbüros mit der Planung. Die Kompetenzenvielfacht ist wichtig für das, was später passiert, da damit natürlich auch niemand die Verantwortung hat (oder haben kann, denn der nächst widerspricht sofort, ohne sich allerdings auf irgendetwas festnageln zu lassen).
Dann wird ausgeschrieben. Regel: Funktionsbeschreibungen halte man möglichst diffus und nach hinten offen, Geräte atomisiere man. Beispiel für die, die damit nicht vertraut sind.
Da alles mit Einzelpreisen ausgewiesen werden muss, kostet die Cherry-Tastatur für 12,50 Euro nun natürlich in Summe bereits 87,98 Euro, ohne dass dies irgendjemand auffallen müsste. In diesem Stil geht es weiter, und die Anbieter kalkulieren ihre Preise. Fazit: bereits jetzt kostet das Vorhaben etwa das 1,5-2 fache oder mehr dessen, was ein Privatbauherr bezahlen würde (die Amtsträger eingeschlossen, die die Angebotspreise klaglos schlucken, für das eigene Haus aber nie soviel bezahlen würden). Und damit das auch ja nicht zu sehr auffällt, beträgt die Bauzeit ebenfalls das 1,5-2 fache der sonst notwendigen Zeit.
Der günstigste Anbieter bekommt nun den Zuschlag, und nun kommen meist “Bedenken”, dass alles viel zu teuer ist. Aber es ist ja nicht grundlos alles atomisiert worden, denn das lässt die Möglichkeit zum Streichen. Da gibt es zum Beispiel die Position
Anbieter 1 hat das korrekt angeboten mit 13,23 Euro für den Hahn, und 187,98 Euro für die Vergoldung, Anbieter 2, der durch gute Beziehungen wusste, was passieren würde, bietet den Hahn für 142,98 Euro an und die Vergoldung für 27,44 Euro. Anbieter 2 hat den Zuschlag bekommen (war ja der Günstigste), die Vergoldung wird gestrichen, aber der Preis liegt jetzt immer noch bei 142,98 Euro statt bei 13,23 Euro. Aber das fällt ja nicht auf, man hat ja gespart.
Nun muss der Auftragnehmer ein Pflichtenheft schreiben. Hier kommt nun das Kompetenzwirrwarr zum Tragen. Man hat das zwar so und so beschrieben, aber ganz anders gemeint, usw. usw. Mit ein wenig Geschick kann der Auftragnehmer bereits jetzt Nachforderungen stellen, da das ja so gar nicht ausgeschrieben war. In dem Stil geht es munter weiter, wobei sich auch noch weitere Stellen, die mit dem Projekt eigentlich nichts zu tun haben, zu Wort melden. Zusatzaufträge werden vergeben, dringend notwendige Gutachten, die bei 5 Seiten knappe 30.000-50.000 Euro kosten, und die entweder nichts Neues bringen oder feststellen, dass die Vergoldung nun doch unbedingt notwendig ist, die nun (es ist ja schon ein halbes Jahr später und die Preise haben sich geändert) zum korrekten Aufpreis von 187,98 Euro nachgeliefert werden kann. Mit allen Änderungen, Ergänzungen, Zurücknahmen, Zusatzgutachten (anerkannter Fachleute, siehe anderer Blog) nähern sich nun Preis und Bauzeit dem Faktor 2 der ursprünglichen Planungen und dem Faktor 4 des privat durchgezogenen Projektes.
Nun darf man den Unternehmen aber nicht böse sein. Sie können den Mehraufwand ja gut begründe: da ist hier eine zusätzliche Bauhütte notwendig (nicht am Bauplatz, aber in schöner Wohngegend gelegen und für Nachbarschaftsfeste geeignet), dort muss eine zusätzliche Begehung durchgeführt (Anreise mit dem Flugzeug, 14 Tage Übernachtung im 7-Sterne-Hotel, all- aber auch wirklich all-inclusive), da ist ein neuer Pumpenmotor notwendig, Marke BMW 3,0, zu montieren in einem Fahrzeugchassis, usw. usw. Das muss ja alles bezahlt werden! Aber es wird ja auch alles genauestens kontrolliert. Einige der Kontrolleure sind in der Hierarchie so hoch angesiedelt, dass kein Staatsanwalt auch nur auf die Idee käme, das anzweifeln und kontrollieren zu wollen (in der Tat würde er sich damit nur für die Bearbeitung von Verkehrsdelikten in Hinterstumpfenheim qualifizieren).
Irgendwann ist der Bau dann aber doch fertig. Hat doppelt so viel gekostet, dreimal so lange gedauert und hat nicht die Hälfte der Funktionen, die mal vorgesehen waren. Endlich fertig! Oder doch nicht? Oft nicht, denn am Bau ist bei dem vielen Hin- und Her so einiges nach verschiedenen Gesichtspunkten ausgeführt worden; man sollte das aber auf keinen Fall “Pfusch am Bau” nennen und auf Gewährleistung pochen. Da fliegen dann schon mal Stahlträger aus der nicht vorhandenen Verankerung, saufen Bauten mangels Sicherung ab, verfaulen speziell behandelte Fensterhölzer innerhalb von 5 Jahren vollständig und anderes. Kein Grund zur Aufregung für die Unternehmen. Ist alles nicht in der Gewährleistung drin und wird neu beauftragt. Bei der Beseitigung der Folgeschäden der ganzen Bauphase wird dann nochmals kräftig verdient.
Warum regt niemand diese Steuerverschwendung auf? Nun, weil die Steuerzahlungen vieler direkt Betroffenen ja gar nicht verschwendet, sondern durch diverse Rückläufe wieder ausgeglichen wurden.
Ein Narr, wer das für Korruption hält, oder glaubt, Siemens hätte die Bestechungsmillionen nur im Ausland verschoben, oder unterstellt, dass Veruntreuung nur im VW-Vorstand vorkommt, oder die Verschiebung von Mannesmann-Millionen mit Hilfe des Deutsche Bank-Chefs sei ein Einzelfall.
1 Okt
Mal was anderes als Meckern zwischendurch: im Softwarebereich sind nun Laufzeit- und Compilezeit-Objektfabriken einschließlich Typlisten und einer Reihe von Algorithmen darauf untergebracht, im Buchbereich gibt’s das Ergänzungskapitel zum C++ Kompendium zum Downloaden.
Würde mich freuen, bei Gelegenheit mal von Anwendungen oder Verbesserungsvorschlägen zu hören.