Na ja, nicht direkt physisch, da er sich ja bekanntermaßen nach den Nürnberger Prozessen einer kosmetischen Operation zur Halsverlängerung unterziehen musste, die aufgrund einer - nicht ganz unbeabsichtigten - Komplikation mit einem Genickbruch endete. Aber zumindest ideell.

Streicher galt selbst unter den bekanntlich nicht sehr zimplerlichen Nazis als Psychopath, weshalb er - obwohl Parteigänger der 1. Stunde - nie in eigentliche Machtpositionen kam. Sein Hetzblatt “Der Stürmer” gehört angeblich zu den schwärzesten Kapiteln des öffentlichen Umgangs mit unliebsamen Volksgenossen und besaß unter anderem eine Rubrik, die mit den Worten

“Der Jude … , notorischer …. “

unter Namensnennung zur Hatz gegen Juden, Sinti und Roma und andere aufrief.

Längst vergangen? Stephan Braun, Mitglied der Sozialfaschistischen Sozialdemokratischen Partei Deutschland und MdL in Baden-Württemberg, unterhält auf seiner Internetseite eine Liste mit Namen, denen er

xxxx, notorischer Leserbriefschreiber in der “Preußischen Allgemeinen Zeitung”

yyyy, Unterzeichner JF-”Appell an die Bundeswehr: Gegen die Entlassung konservativer Soldaten”. Appell, zu dessen Unterzeichnern auch Rechtsradikale gehörten.

vorwirft. Das ähnelt in der Aufmachung bis hin zur Wortwahl schon ziemlich den Streicher’schen Machenschaften und könnte meiner Ansicht nach durchaus als Volksverhetzung und Verherrlichung nationalsozialistischen Gedankenguts strafrechtliche Relevanz haben. Man muss sich das mal wirklich klar machen: öffentlich mit Namen angeprangert, weil man einer Zeitung Leserbriefe schreibt oder sich an einer Unterschriftenaktion beteiligt hat, an der auch ein politischer Buhmann teilgenommen hat! Wo soll das enden? Geteert und gefedert, weil man zufällig im falschen Bus gesessen hat? Oder weil man eine andere politische Meinung hat? Und selbst wenn es sich um Mitglieder der rechten Szene handelt: es ist nicht Aufgabe eines Herrn Braun, hier als Ermittler, Ankläger, Richter und Vollstrecker aufzutreten. Hierzu gibt es in diesem Staat spezielle Organe, die auf tätig werden, wenn es notwendig ist.

Bislang scheint dieser faschistische Ausbruch demokratische Wachsamkeit von Herrn Braun niemanden von offizieller Seite zu stören. Eigentlich erstaunlich von der SPD, die sich doch sogar für die Persönlichkeitsrechte und den Datenschutz von Kinderschändern und Sexualstraftätern stark macht, in Bezug auf die Missachtung der Rechte von Zeitungslesern oder Unterzeichnern politischer Appelle (immerhin ein verfassungsmäßig garantiertes Recht) keinerlei Bedenken an den Tag zu legen.

P.S:: Ich danke Pippin für den Hinweis.