Übersicht hat ja im ursprünglichen Sinn des Wortes was mit der Höhe des Standortes zu tun, und in der Hinsicht hat es den Alternativmotoriker Schäuble ganz besonders hart getroffen, kann er den Leuten von seiner Augenhöhe aus doch allenfalls vor den Bauch schauen.

Was er heute so in Deutschlandradio verzapft hat, spricht nun nicht gerade dafür, dass “Übersicht” für ihn noch eine andere Bedeutung als eben die Sicht von einem erhöhten Standort hat. Auf die Frage, wie er denn in den kommenden Jahren das Schuldenniveau zu reduzieren gedenke, hat er doch allen Ernstes (er meint das offenbar wirklich ernst!) die Antwort, dass in seiner Heimat (dem Schwarzwald) immer erst ein Schritt gemacht würde, bevor man über den nächsten nachdenkt, da man ansonsten Gefahr läuft, ins Straucheln zu geraten.

Nun, mit der Einstellung wäre er als Wanderer selbst im Schwarzwald inzwischen wohl ebenfalls im Rollstuhl gelandet (oder irgendwo in den Bergen verhungert), denn gerade bei Wanderungen denkt man sehr weit voraus, um auch mit einiger Wahrscheinlichkeit da anzukommen, wo man eigentlich hin möchte, und nicht in irgendeine Wand ohne Rückkehrmöglichkeit oder einen Sumpf. Aber wie soll man in seiner Position auch das Ziel sehen, wenn nur Bäuche in Sicht sind und keiner an die Seite geht ?

Symptomatisch auch seine Antworten bei anderen Fragen nach EU-Geldern oder Bankbesteuerungen. Da versteckt er sich fein säuberlich hinter der EU-Kommission und den USA, innerlich einen Stoßseufzer von sich gebend, dass ihm diese Institutionen noch rechtzeitig eingefallen waren. Diese Qualitätsjournalisten sind aber auch die Pest, warten sie doch ab und zu tatsächlich mit Fragen auf, die eigenes Denkvermögen für eine konstruktive Antwort voraussetzen (die haken dann sogor noch mal nach, aber das tun sie immer, selbst dann, wenn sie auch eine Frage bereits die Antwort bekommen haben, die sie eigentlich hören wollten).

Eine Kanzlerette, die nach im Durchschnitt 3-4 Auftritten pro Tag im letzten Jahr sich nun mangels sinnvoller Parolen kaum noch öffentlich blicken lässt, ein planloser Finanzminister, der sich vermutlich in seinem eigenen Ministerium verläuft und deshalb einen GPS-Peilsender am Rolli hat, damit man ihn wiederfindet, ein Außenminister, der qua öffentlich verbuchter Bestechungsgelder den Beweis antritt, dass ihm nichts mehr fehlt als diplomatisches Feingefühl - planloser geht es wirklich kaum noch. Die Kandidaturenthaltungen im letzten Jahr waren wirklich ein Fehler, denn mit Horst Schlemmer wäre wirklich mal ein Fachmann in ein Regierungsamt gekommen anstelle dieser Flachpfeifen.