Nun, wer heute ernsthaft so etwas behaupten würde, hätte zu Recht ernste Probleme. Was aber nicht heißt, dass diese Geisteshaltung nicht immer noch Gang und Gäbe in der deutschen Presselandschaft ist. Behauptete doch dieser Herr in einen Feuilleton der SZ mehr oder weniger, der dänische Karrikaturist hätte die Moslems durch seine Mohammed-Karrikaturen geradezu gezwungen, ihn ins Mordvisier zu nehmen. Und er ist dabei nicht alleine mit dieser Meinung (andere Beispiele sie ->hier unter Stichwort “Westergaard”). Moralisch ist das nichts anderes, als dem Verwaltigungsopfer die Schuld zuzuschieben (”hätte sich eben nicht so aufreizend anziehen sollen“)

Man kann nun ein wenig sinnieren, ob neben der moralischen Äquivalenz solcher Produkte des Qualitätsjournalismus nicht auch die Motivation die gleiche ist. In Bezug auf den Islam ist es abgrundtiefe Feigheit, noch nicht einmal für die eigenen Werte einzustehen, die solche “Meinungsmacher” sogar zur Rechtfertigungsversuchen für Mord treiben. Wenn man das gängige Abbild dieser Gesellschaftsschicht in Filmen zugrunde legt, war es dann vor einigen Jahren vielleicht auch abgrundtiefe Feigheit, sich nicht selbst an eine Vergewaltigung herangetraut zu haben, die auch dort zu den Schuldverschiebung zu Opfer führten ?

Ein wenig beruhigend nur, dass diese “Meinungsmacher” immer weniger die echte Meinung machen, wenn auch vielleicht immer noch viel zu viel die Meinung, auf die der ganze Politschleim hört. Deutliches Zeichen: mit solchen widerlichen Elaboraten gekoppelte Umfragen, die deutlich zeigen, dass der Leser immer weniger von solcher Einstellung hält, und die nicht selten zur “Gesichtswahrung” von dern Redakteuren kurzerhand wieder entfernt werden.