Bildung bedeutet ja nichts anderes, als über einen gewissen Pool an Fakten- und Regelwissen zu verfügen und dieses auf neue Situationen vernetzt anwenden zu können. Die Grundlagen dazu sollten eigentlich in den Schulen gelegt werden, wobei fast allen klar ist, dass die Formulierung “sollten eigentlich” durchaus berechtigt ist. Ein kleiner Blick in die tägliche Praxis zeigt auch, wieso.

Betrachten wir dazu ein vereinfachtes Schulmodell einer weiterführenden Schule, in der den Schülern die Grundlagen in Mathematik, Deutsch, Englisch, Physik, Biologie, und Sport vermittelt werden sollen, wozu dann Mathematik-, Deutsch-, Englisch-, Physik-, Biologie-, und Sportlehrer benötigt werden, die, wie in jedem Beruf üblich, pro Woche eine bestimmte Arbeitsmenge zu erbringen haben.

Nun weiß jeder, der einmal mit Schule und Bildung zu tun gehabt hat, dass ein Lehrer/Schüler-Verhältnis von 1:15 ungefähr die Grenze darstellt, ab der die Bildung nicht mehr effektiv vermittelt werden kann, weil sich die Schüler hintereinander verstecken können und der Lehrer nicht mehr alle in der notwendigen Weise ansprechen kann. Länder mit vorbildlichem Ausbildungssystem wie die Finnen halten sich in etwa an solche Vorgaben, was unsere Politiker auch honorieren, aber vor der Umsetzung erst mal eine Flasche Korn auf ex leeren (sie brauchen ja nicht mehr fahren, sondern bekommen ihr Bonzenauto nebst Chauffeur gestellt) und dann beim Blick in den finnischen Klassenraum feststellen “dassssin unnnnefähr 30!”. Flugs lässt man sich das noch von anerkannten Fachleuten bestätigen, und fertig ist das 1:1 kopierte finnische Schulkonzept mit Klassenstärken von ca. 35 Schülern (wir sind ja auch etwas mehr Leute als die Finnen, also dürfen’s auch etwas mehr Schüler sein).

Nun reden wir ja hier von einer weiterführenden Schule, was so ein Problem mit sich bringt: wir Deutschen sterben ja bekanntlich im Moment aus, weshalb hier -koste es, was es wolle- unbedingt nicht nur bildungsferne, sondern integrationsunwillige und bildungsfeindliche Südländer in großen Mengen importiert werden müssen (wobei die Integrationsunwilligkeit und Bildungsfeindlichkeit kaum verwundert, leben diese Leute hier doch mit Hartz-IV und ein paar eigentlich unerlaubten Nebeneinkünften, die aber traditionell bei Ausländern gerne übersehen werden, immer noch fürstlich im Vergleich zu dem, was sie in ihren Heimatländern erwartet). Da diese Leute selbst mit viel zureden und kostenlosem Verteilen von Schulabschlüssen kaum über die vierte Klasse hinauskommen (Kunststück, für den Kauf des von dieser Schicht bevorzugten BMW-Modells reicht das Zählen bis 3), kommen die 35 Schüler/Klasse in der weiterführenden Schule in manchen Fällen nicht mehr zusammen.

Macht nix, würde man sagen, dann kommt das Lehrer-Schüler-Verhältnis schon in ein besseres Verhältnis. Dummerweise hat man dabei aber die Rechenkünste unserer Politiker übersehen. Die o.g. 6 Lehrer sind ja nicht für den Unterricht in 6 Fächern, sondern für die Unterrichtung von 6*35=210 Schülern eingestellt. Fallen die Schülerzahlen nun auf 25/Kurs, macht das aber nur noch 150 Schüler, die nun zu unterrichten sind, also eine Minderauslastung der Lehrer um 60 Schüler. Etwas aufgerundet bedeutet dies, dass von den 6 Lehrern 2 eingespart werden können (den kleinen Überhang werden die restlichen 4 ja wohl noch aus idealistischen Gründen zusätzlich ableisten können). Die Schule kommt also bitte in Zukunft mit 4 Lehrern aus.

Fällt was auf? Na, den Bildungsfeindlichen sicher nicht, aber vielleicht den anderen, denn es sind ja nach wie vor 6 Fächer zu unterrichten und nicht 35 Schüler/Lehrer. Der Aufwand für die Lehrer steigt stark an und das Unterrichtsniveau fällt, müssen doch nun einige Lehrer in Fächern Unterricht geben, die sie eigentlich selbst nicht hinreichend beherrschen.

“Blödsinn!”, meinen Sie? Tut mir leid, das ist tägliche Praxis an deutschen Schulen und Hochschulen (die Lehrer werden’s wissen, und der eine oder andere Schüler oder Student wird das aus eigener Erfahrung wohl auch berichten können, wenn mal wieder ein Fach ausfällt).

Aber man tut ja was dagegen! Da gibt es ja noch Förderkonzepte wie Stipendiatensysteme aus den anglikanischen Ländern, mit denen gute Schüler durch Belohnungen verschiedenster Art zu noch besseren Leistungen ermutigt werden. Kann man doch auch machen, und man tut es auch! Man zahlt ab sofort denjenigen, die sich im Schulschwänzen auszeichnen, eine Prämie, falls sie doch kommen! …. Ääh … ja! …

Ich bin da vielleicht etwas rückständig, aber diejenigen, die sich bemühen, links (oder rechts) liegen lassen und dafür diejenigen, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, dafür belohnen, die sie ihren Rechtsbruch mal sein lassen, statt ihnen ein paar in die Fresse zu hauen? Was gibt es demnächst? Prämien für Diebe, die auf einen Einbruchverzichten? Oder für Vergewaltiger, wenn sie freiwillig eine Beate-Uhse-Puppe stattdessen verwenden? Aber vermutlich ist das der Trend, denn schon heute regt sich ja kaum noch jemand darüber auf, dass sich die Manager, die die Welt in den Abgrund fahren, obendrein auch noch mächtig aus der Kasse bedienen.